Liebe Unterstützer*innen, liebe am COMMuna-Wohnprojekt Interessierte,
im Rundbrief №14 vom 06.12.22 schrieben wir folgendes:
Den Verein COMMuna zur solidarischen Selbstorganisation der im gleichnamigen Wohnprojekt lebenden Menschen gibt es schon länger, aber heute vor drei Jahren haben wir die Verträge unterschrieben, die die Immobilie Wassermühle Brömsenberg mit dazugehörendem Land nach dem Vorbild des sog. Mietshäuser-Syndikats „für immer“ in gemeinschaftliches Eigentum überführt und dem Immobilien-(Spekulations-)Markt entzogen haben.
Das war nur möglich dank der vielen Direktkredite von etlichen von Euch. Dafür nochmal vielen herzlichen Dank an alle Geber*innen von kleinen und großen Direktkrediten!
Heute gibt es die COMMuna in der Wassermühle Brömsenberg also genau 5 Jahre, und wir sind uns nach wie vor dessen bewusst und sehr dankbar dafür, dass Ihr mit Euren Darlehen es uns erst ermöglicht habt, diesen Traum zu verwirklichen!
Und hier wieder der Stand der Dinge zu den Dauerthemen:
- Unser B-Plan stagniert weiter, weil noch ein Gutachten fehlt. Allerdings ist es bis zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung, die den B-Plan nach seiner Runde durch die beteiligten Behörden beschliessen muss, noch eine Weile hin. Und aktuell planen wir kein Bauprojekt, für das wir den B-Plan bräuchten.
- Unsere kleine (7,4 kWp) Freiland-PV-Anlage hinten im Garten ist fertig und läuft. Noch haben wir keinen Speicher, weil wir eigentlich warten wollten, bis es statt der gängigen sog. Konflikt- bzw. Kritische Rohstoffe enthaltenden Stromspeicher die viel umweltfreundlicheren metallfreien Redox-Flow-Batterien in für uns passender Größe (auch preislich passend ) gibt. Ein Freund, der uns in diesen Dingen berät, ist am Ball…
- Die Baumaßnahmen, um Silkes Einzug zu ermöglichen, sind wieder im Gange. Es gab eine Weile Stillstand, weil wir zeitweise mit anderen Dingen voll ausgelastet waren (siehe letzter Rundbrief). Aber jetzt fehlt nicht mehr viel.
- Leider musste wegen der o.g. Umstände das Projekt „Kornboden“ auch verschoben werden. Zur Erinnerung: Wir wollen den 120 m² großen Raum im Obergeschoss des Wohnhauses besser nutzbar machen, um das, was wir auch sein wollen, nämlich ein Begegnungsort für Soziale Bewegungen und Anbieter von Infrastruktur für lokale Gruppen, den Fußboden des Dachbodens darüber sanieren und dabei gleich bestmögliche Wärmedämmung verbauen. Das ist gleich nach der Fertigstellung von Silkes Zimmer dran, und um einer eventuellen Preiserhöhung zum Jahreswechsel zuvor zu kommen, lassen wir uns nächste Woche schon mal das Holz liefern.
- Die Zwischendurch-Baustelle, eine (vollbiologische) Kleinkläranlage, war schnell und erfolgreich erledigt. Die Anlage ist für 20 sog. Einwohnerwerte konzipiert, sodass wir davon ausgehen, dass wir – störungsfreier Betrieb vorausgestzt – erstmal viele Jahre damit auskommen. Die „Wasserrechtliche Erlaubnis für das Einleiten von biologisch gereinigtem häuslichem Schmutzwasser in ein Gewässer“ ist jedenfalls für 20 Jahre erteilt. Den bisherigen Abwassersammelbehälter wollen wir zum Sammeln von Regenwasser umfunktionieren.
Ein weiteres Dauerthema ist das Mehr werden. Wie schon im letzten Rundbrief beschrieben ist ein Freund, den wir schon länger kennen, in der Probephase, und es gibt weitere Interessierte, die möglicherweise auch schon bald mit dem Probewohnen beginnen. Wir sind gespannt… 🙂
Vor längerer Zeit hatten wir die Lübtheener Feuerwehr eingeladen, bei uns an und in der Mühle eine Übung abzuhalten. Das Angebot wurde gerne angenommen, und nach ein paar vorbereitenden Gesprächen und Treffen fand die Übung am 26. September mit 3 Wehren aus Garlitz, Lübtheen und Lübbendorf statt. U.a. wurde geübt, eine von den Flammen eingeschlossene Person mit der Drehleiter ganz oben aus dem Mühlengebäude zu befreien. Im Anschluss gab es einen Imbiss und Getränke bei uns hinten im Garten.
Die sechsköfige Familie, die als Geflüchtete von Obdachlosigkeit bedroht war und für eine Übergangszeit bei uns unterkam, ist wieder ausgezogen. Es hat Ihnen bei uns und in der Umgebung so gut gefallen, dass sie jetzt mit unserer (hauptsächlich Elus) Hilfe eine Wohnung in Lübtheen suchen.
Ansonsten waren und sind wir auch politisch mit Wirkung in der Umgebung aktiv. Ein Beispiel dafür ist die Aufklärungskampagne zur oft unbekannten Umweltschädlichkeit von Zigarettenkippen im Rahmen unserer Arbeit im Verein „Natur- und Umweltschutz Griese Gegend“ NUGG e.V., zu der auch Kippensammelaktionen zur Verdeutlichung des Ausmaßes stattfanden: Auf drei Plätzen in Lübtheen wurden in jeweils rund einer Stunde knapp dreitausend Kippen gesammelt. Mitte August hatten wir in unserer Umgebung eingeladen zum ersten „Gesprächskreis Krieg & Frieden„, um zu beginnen, uns zum Thema Krieg in Europa und Kriegsvorbereitung in Deutschland in größeren Runden auszutauschen und gemeinsam zu überlegen, was wir tun können. Das soll eine regelmäßig monatlich stattfindende Veranstaltung werden. Um das Angebot auch für Menschen in unserer Nähe sichtbar zu machen, die uns noch nicht kennen, wollen wir im Januar mit einem Infostand im Zentrum Lübtheens präsent sein. Am 9. November, dem Gedenktag der Novemberpogrome, haben wir wieder einen Rundgang zu den Lübtheener Stolpersteinen organisiert und der Verfolgten und Ermordeten gedacht. Und in der nächsten Woche werden wir vor dem Lokal, in dem ein „AfD-Bürgerdialog“ stattfinden soll, eine Mahnwache abhalten mit Infomaterial und Redebeiträgen, um die AfD-Sympathisant*innen auf den Populismus und die Gefährlichkeit hinzuweisen: Wer AfD wählt, wählt Faschist*innen!
Und zu guter Letzt wieder für die neuen auf dieser Liste ein Wort zu „wir“ und „Ihr“:
„Wir“ sind in diesem Text die, die vor Ort leben und mitarbeiten, und „Ihr“ seid die in diesem Text angesprochenen, aber „wir“ sehen die Mühle als unser aller gemeinsames Projekt an.
Insofern seid „Ihr“ auch „Wir“. 😉
Und ein Satz noch zu Spenden: Das Konto IBAN: DE80 4306 0967 1029 8218 00 BIC: GENODEM1GLS ist das der Wassermühle Brömsenberg gemeinnützige GmbH.
Wir können also steuermindernde Spendenbescheinigungen ausstellen.
Liebe Grüße carsten für die COMMuna
PS: Wir wünschen Euch – trotz der schrecklichen Nachrichten aus verschiedenen Teilen der Welt – angenehme Feiertage im Kreise Eurer Lieben und für das neue Jahr Glück, Frieden und Gesundheit!