
Liebe Unterstützer*innen, liebe am COMMuna-Wohnprojekt Interessierte,
vor knapp zwei Monaten hatte ich schon begonnen, diesen Rundbrief zu schreiben, und dann kam eins nach dem anderen dazwischen, weswegen es dann bis jetzt gedauert hat, bis es weiterging.
Damals fing ich an mit diesen Worten:
ohne langes Vorgeplänkel – seit einem Monat sind „unsere“ Schwalben wieder da, bis gestern hatten wir einen sehr sonnigen und trockenen Frühling, zum Glück können wir mit selbst gemachtem Sonnenstrom Flusswasser zur Gartenbewässerung nutzen, sodass dort alles üppig grün ist – falle ich gleich „mit der Tür ins Haus“:
Uns ist gesagt worden, dass in unserer Nähe Wald zu verkaufen sei. Es handelt sich um Waldgrundstücke in der Nähe von Brömsenberg, und nun überlegen wir, ob wir das tun wollen.
Es ginge uns nicht nur darum, Holz ernten zu können (vielleicht müssten wir das nicht mal und könnten den Wald „in Ruhe“ lassen), sondern auch darum, diese Stücke Wald dem Spekulationsmarkt und eventueller schädlicher Nutzung zu entziehen.
Dann sollte die Frage in die Runde hier kommen, was Ihr davon hieltet, wenn wir Wald kaufen würden, und wer Lust hätte, sich finanziell daran zu beteiligen mit Kredit oder Spende.
Es hat sich dann aber ergeben, dass die Entscheidung, wann welche Waldflächen verkauft werden sollen, bei der Eigentümerin noch nicht abgeschlossen ist, wir aber informiert werden, wenn es soweit ist. Darum haben wir jetzt leider noch nichts konkretes erfahren zu Lage, Größe und Art der in Frage kommenden Grundstücke. Wir wissen nur, dass der durchschnittliche Verkaufspreis für Wald bei uns in der jüngeren Vergangenheit bei 8.500 € je Hektar liegen soll.
Wir haben bei uns ein bisschen darüber nachgedacht, und wir wollen – auch ohne konkretes Angebot – die hier versammelte Schwarmintelligenz befragen. Es ist uns klar, dass rein betriebswirtschaftlich betrachtet das keine sinnvolle Investition ist, besonders, wenn der Wald wenig bis gar nicht für die Holzernte genutzt wird. Es gibt aber natürlich auch andere Aspekte, die den Kauf von Wald zu seinem Schutz sehr sinnvoll erscheinen lassen.
Was meint Ihr? Hier in der Runde sind ja auch Menschen, die sich mit Wald gut auskennen und/oder selbst welchen besitzen.
Würdet Ihr zu- oder abraten, kann wer sich vorstellen, sich mit geliehenem oder gespendetem Geld zu beteiligen? Zu diesen Fragen hätten wir gerne schon mal ein Stimmungsbild, damit wir ein bisschen vorbereitet sind, wenn das Angebot kommt…
Und nun zum eigentlichen Infoteil dieses Rundbriefs, der genau ein halbes Jahr nach dem vorigen kommt:
Der Stand der Dinge zu den Dauer- und neuen Themen:
- Das Thema „Umsatzsteuerpflicht“ (ich glaube ich hatte hier noch nicht darüber berichtet) beschäftigte uns schon seit Jahren und ist jetzt endlich mithilfe der dritten Steuerberaterin erfolgreich bearbeitet worden. Kurz zum Hintergrund: Das was unsere GmbH macht, nämlich Wohnraum vermieten, ist eigentlich grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Wir wollten aber gerne umsatzsteuerpflichtig werden, weil wir dann die großen Umsatzsteuerbeträge aus den Sanierungsinvestitionen zumindest teilweise erstattet bekommen. Zusammen mit unserer jetzigen Steuerberaterin haben wir dem Finanzamt anscheinend ein schlüssiges Konzept vorgelegt, dem es folgen konnte. Jedenfalls gab es schon eine Umsatzsteuerrückzahlung für das Jahr, in dem die Dachsanierung stattfand, und für das Jahr mit der Fenstersanierung kommt sie in Kürze. Beide Male handelt es sich um kleine fünfstellige Beträge.
- Unser B-Plan hätte eigentlich vor knapp vier Wochen eingereicht werden sollen, um bei der Stadtvertretungsversammlung am 25. Juni beschlossen werden zu können. Aber eine letzte Begutachtung zur Biotopkartierung warf neue Fragen auf, die wir lieber in Ruhe klären wollen, statt jetzt schnell fertig zu werden und auf Möglichkeiten in der künftigen Nutzung zu verzichten. Nun müssen wir bis Ende September warten, was aber kein Problem ist.
- Unsere kleine (7,4 kWp) Freiland-PV-Anlage hinten im Garten läuft prima und erzeugt an sonnigen Tagen, von denen wir in diesem Jahr schon viele hatten, 40 kWh pro Tag, insgesamt hat sie knapp 5.000 Kilowattstunden geliefert. Davon verbrauchen wir aber nur einen Teil (weniger als die Hälfte), sodass wir uns einen Speicher anschaffen wollen. Bei der Suche nach gebrauchten Batteriewechselrichtern haben wir ein günstiges Angebot gefunden (und „zugeschlagen“), was möglicherweise ein richtiges Schnäppchen ist. Leider werden wir frühestens in 2 Wochen dazu kommen, uns um die Vorbereitung der Installation zu kümmern. Im nächsten Rundbrief gibt es mehr dazu…
- Die Baumaßnahmen, um Silkes Einzug zu ermöglichen, sind fast abgeschlossen. Bald geht es endlich los.
- Das Projekt „Kornboden“ rückt gerade nach ganz oben in der Prioritätenliste. Zur Erinnerung: Wir wollen den 120 m² großen Raum im Obergeschoss des Wohnhauses besser nutzbar machen für das, was wir auch sein wollen, nämlich ein Begegnungsort für Soziale Bewegungen und Anbieter von Infrastruktur für lokale Gruppen, und dazu den maroden Fußboden des Dachbodens darüber sanieren. Das Holz für den ersten Bauabschnitt, nämlich die untere Lage aus Schlaghobeldielen, haben wir schon vor Monaten gekauft, und in Kürze geht es los.
- Ein weiteres Dauerthema ist das Mehr werden. Wir fahren in der nächsten Woche zum „Kommune-Kennenlern-Camp“ „Los geht’s“ des Netzwerks der politischen Kommunen (Kommuja). Dort geht es darum, „Menschen, die sich für ein Leben in Kommune interessieren und Menschen, die in Kommune leben, miteinander in Kontakt zu bringen, Kommunen wachsen zu lassen und Neugründungen zu unterstützen.“
Und der schon im vorletzten Rundbrief erwähnte Freund, der zu der Zeit noch in der Probephase war, wird demnächst „fest“ einziehen. Ben ist in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung und Unterstützung, besonders im Obst- und Gemüsegarten, beim Feuerholz machen und in der Fahrradwerkstatt, aber auch in der Küche als Wildkräuterkundiger und experimentierfreudiger Koch und Bäcker. Wir freuen uns darüber, dass er Teil unserer COMMuna sein will. 🙂
Zum Schluss noch zwei Termine zum Vormerken und Weitersagen:
- Arbeits- und Kennenlernwochenende in der Wassermühle Brömsenberg vom 29. bis 31. August:
Ab Freitagnachmittag ca. 17 Uhr soll wie gehabt Ankommen, Einrichten und später Abendessen sein.
Der Samstagvormittag/-mittag (10 bis 14 Uhr) dient als „Infotag„, zu dem auch Interessierte kommen können, die uns und die Mühle erstmal nur „beschnuppern“ wollen und/oder nicht das ganze Wochenende Zeit haben.
So haben wir das im Wohnprojekteportal beschrieben: Infotag für alle, die sich für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches Wohnen im Wohnprojekt COMMuna in der Wassermühle Brömsenberg interessieren. Wir stellen uns und das Projekt vor und zeigen euch das Gelände und die Gebäude. Wenn es euch gefällt, könnt ihr gerne bleiben und im Anschluss an den Infotag am Arbeits- und Kennlernwochenende teilnehmen. Wir freuen uns auf euch! Anmeldung unter COMMuna@Wassermuehle-Broemsenberg.de Der Rest des Wochenendes wird wie früher auch dem gegenseitigen Kennenlernen durch gemeinsames Arbeiten und andere Aktivitäten dienen. Das haben wir so beschrieben: An diesem Wochenende wollen wir wieder gemeinsam arbeiten, kochen, diskutieren, spazieren gehen, Kanu fahren, am Feuer sitzen, uns über Visionen austauschen usw. und uns dabei (besser) kennenlernen. Die Einladung richtet sich an alle, die sich für das Wohnprojekt COMMuna in der Wassermühle Brömsenberg interessieren und/oder uns mit ihrer Mitarbeit unterstützen möchten. Am Samstag stellen wir uns und das Projekt vor. Für das Wochenende bitte rechtzeitig per Mail anmelden. Wir freuen uns auf euch! Ansonsten geht die Einladung natürlich wie immer auch hier in die Runde. Und, ihr kennt es ja schon: Bitte leitet diese Einladung auch weiter an Menschen, von denen Ihr meint, dass es interessant für sie sein könnte. (Der Falter mit unserer Selbstdarstellung ist angehängt.)
Damit wir das Wochenende und die Schlafplätze und Verpflegung gut vorbereiten können, bitten wir um Anmeldung an diese Mailadresse: COMMuna@Wassermuehle-Broemsenberg.de
Einzelheiten klären wir dann direkt. - Wir nehmen am 27. und 28. September wieder an den „Tagen der Industriekultur am Wasser“ teil.
Unser Freund Friedrich Erbacher, der zur Geschichte unserer Mühle und ihrer Vorgängerinnen forscht, wird seine bisherigen Ergebnisse in Form einer kleinen Ausstellung, eines (Lichtbild-)Vortrags und während einer Gebäude- und Geländeführung präsentieren. Ausserdem soll es an beiden Tagen jeweils einen Mittagsimbiss, Kaffee & Kuchen und kühle Getränke geben, und am Samstag, 23.09., spielt trioPLUS aus Lübeck „umweltschonenden Jazz zum Soundtrack von Natur und Mühle“.
Das Programm ist angehängt.
Das sind zwei gute Anlässe für einen Besuch bei uns in der Mühle, aber wir freuen uns auch sonst über Gäste. Ihr seid fast immer willkommen, mit und ohne Übernachtung, zum Kanu- und Fahrradfahren, zum Mitarbeiten oder Faulenzen, je nachdem… 😉 Und zu guter Letzt wieder für die neuen auf dieser Liste ein Wort zu „wir“ und „Ihr“:
„Wir“ sind in diesem Text die, die vor Ort leben und mitarbeiten, und „Ihr“ seid die in diesem Text angesprochenen, aber „wir“ sehen die Mühle als unser aller gemeinsames Projekt an.
Insofern seid „Ihr“ auch „Wir“. 😉
Und ein Satz noch zu Spenden: Das Konto IBAN: DE80 4306 0967 1029 8218 00 BIC: GENODEM1GLS ist das der Wassermühle Brömsenberg gemeinnützige GmbH.
Wir können also steuermindernde Spendenbescheinigungen ausstellen.
Liebe Grüße carsten für die COMMuna